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Kindesrecht

 

Ein Kind lebt bei Pflegeeltern in Bern. Der mit der Mutter verheiratete Vater lebt in Thun, die Mutter in Burgdorf.

Frage:

Wo hat das Kind seinen zivilrechtlichen Wohnsitz?

Antwort:

Grundsätzlich leitet das Kind innerhalb der Schweiz seinen zivilrechtlichen Wohnsitz von der elterlichen Sorge ab. Verheiratete Eltern haben in der Regel die gemeinsame elterliche Sorge über das Kind. Weil diese im genannten Beispiel keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, können die Eltern vereinbaren, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht (Obhut) innehaben soll. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge, aber mangelndem gemeinsamen Wohnsitz der Eltern, leitet sich der Wohnsitz des Kindes von der Obhut des berechtigten Elternteils ab. Wenn keine Vereinbarung und keine behördliche (Kindesschutzbehörde) oder gerichtliche Entscheidung (Eheschutzgericht) über die Obhut des Kindes vorliegt, gilt sein Aufenthaltsort in Bern als Wohnsitz (vgl. Art. 25 ZGB).

Achtung: Der Wohnsitzbegriff ist in den verschiedenen Rechtsgebieten nicht einheitlich definiert: Im Steuerrecht gilt das „Steuerdomizil“, im polizeilichen Aufenthaltsrecht die „Niederlassung“, im Sozialhilferecht der „Unterstützungswohnsitz“ etc.

Urs Mosimann, Rechtsanwalt, Thun