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Diese Tipps sollen als erste Wegleitung dienen.
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Arbeitsrecht

 

Frage:

Genügt die Vermutung einer Straftat, um die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses auszusprechen?

Antwort:

Grundsätzlich trägt der Arbeitgeber das Risiko, wenn die angebliche Straftat nicht nachgewiesen werden kann (das heisst, wenn es also im Strafverfahren zu einem Freispruch kommt oder das Untersuchungsverfahren aufgehoben wird). Also nur bei offensichtlichen Straftaten, insbesondere wenn der/die Betroffene von sich aus geständig ist, kann eine fristlose Kündigung erwogen werden.

Im Zweifelsfalle ist eine Freistellung, verbunden mit einer ordentlichen Kündigung vorzuziehen.

Im Falle einer ungerechtfertigten fristlosen Entlassung ist der Lohn bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist geschuldet, sowie unter Umständen eine sogenannte Strafzahlung in der Höhe eines oder mehrerer Monatslöhne.

Claudio Chiandusso, Rechtsanwalt, Thun